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Alte Faschingstraditionen in Südtirol
Fasching ist die Zeit unmittelbar vor der 40-tägigen Fastenzeit und das bunte Faschingstreiben das im ganzen Land stattfindet soll eigentlich den Winter vertreiben.
Faschings- und Maskenbälle werden organisiert, zahlreiche Faschingsumzüge finden statt, in denen von Märchen bis hin zur Tagespolitik alles parodiert wird. Zu den bekanntesten Faschingsumzügen im Land gehört der „Egetmannumzug“ in Tramin, der alle ungeraden Jahre stattfindet.
Andere, ganz spezielle Faschingsbräuche finden im Vinschgau statt, jährlich. Und zwar das Zusselrennen und der Proder Maschger in Prad am Stilfser Joch.
Beim Zusslrennen, der Brauch ist uralt, dürfen nur Burschen teilnehmen. Sie präsentieren sich ganz in weiß gekleidet. In der Mitte ihres Leibes tragen sie eine Kuhschelle, die bis zu 20 Kilogramm wiegen kann. Der erste Teil des Umzugs weist auf einen Fruchtbarkeitskult hin: sechs Schimmel (auch sie sind weiß gekleidete Männer) ziehen einen alten Holzpflug durch die Gassen. Angetrieben werden sie vom Fuhrmann. Dahinter folgt der Sämann, der Sägemehl in die Zuschauer streut und danach folgen Bauer und Bäuerin, Knecht und Dirn und schließlich das Paar „Zoch und Pfott“. Alle Teilnehmer tragen landwirtschaftliche Geräte und stellen den Gang aufs Feld im Sommer dar. Der zweite Teil des Umzugs wird angeführt von der Triebschelle, die von einem Schimmel begleitet wird. Die Triebschelle ist die größte Schelle und ihr Träger ist in einen weißen, mit Blumen bestickten, Kittel gekleidet. Hinter der Triebschelle, es ist dies die größte und damit auch die wichtigste „Zussl“ folgen mit großem Lärm die weiteren Zussln, die dem Brauch seinen Namen geben. Die Träger haben einen weißen Hut, geschmückt mit Krepppapierblumen und Maschen. Danach folgen wieder die Paare und ein Fuhrmann, der das bunte Treiben des Zuges zusammenhält. Stundenlang lärmen die Zussln durch das Dorf und treiben so den Winter aus.
Und dann gibt es im Oberen Vinschgau noch einen urigen Brauch in der Faschingszeit: die Maschger. Die Maschger sind eine bunte Gesellschaft, die die Gasthäuser besucht. Der Maschger trägt ein kariertes Kostüm, eine weiße Halskrause, einen mit bunten Bändern und Blumen geschmückten Spitzhut und einen Stab, den er zur Musik schlägt. In Zweierreihen aufgestellt folgen ihm acht Paare, bestehend ausschließlich aus Männern, die in den Wirtshäusern auftanzen. Der letzte Tanz gehört dem „Zoch und Pfott“ – diese beide sind der Höhepunkt -, denn durch ihr plumpes und ausgelassenes Auftreten sorgen sie für besondere Belustigung. Sie tragen Gummimasken, um ja nicht erkannt zu werden und sind in Lumpen gekleidet. Sie demonstrieren augenscheinlich Fruchtbarkeit. Und nach dem Tanzen stürzen sich „Zoch und Pfott“ auf die Lokalbesucher. „Zoch“ küsst alle Frauen, „Pfott“ macht dasselbe mit den Männern. Das Spektakel wird abgeschlossen, wenn der Ziehharmonikaspieler „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“ spielt. Die Maschger verabschieden sich damit und ziehen weiter ins nächste Gasthaus.
Kontakt: Tourismusverband Vinschgau Kapuzinerstraße 10 I-39028 Schlanders Tel. +39 0473 620480 Fax +39 0473 620481
Foto: Tourismusverband Vinschgau
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Informationen über Südtirol und den Südtiroler Dolomiten. |
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