Törggelen
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Wenn die Bäume langsam ihr grünes Kleid verlieren und die Südtiroler Berglandschaft in ein ganz besonders warmes Licht getaucht ist, dann ist endlich wieder
Törggelezeit!
Torggel (vom lateinischen „torquere“: pressen) bezeichnet jenen Raum der Keltereien, in dem die
Weinpresse steht, und da der erste Wein des Jahres jeden Herbst eben hier verkostet wurde, man dies auch mit einem
feucht-fröhlichen Essen unter Freunden verband, ist daraus das traditionelle Törggelen entstanden. Dadurch erklärt sich auch, warum dieser Brauch besonders im Süden beheimatet ist, bilden das
Unterland und das untere Eisacktal ja auch die Kernzone Südtiroler Weinkultur.
Typisch für einen Törggeleabend sind das Gustieren des „Nuien“ (dem besagten ersten Wein) und des „Siaßen“ (Süßmost), dabei sorgt eine reiche Palette an Südtiroler Speisen für den nötigen Untergrund, wo
Knödel, Gerstesuppe und alle Arten von Fleisch und Speck natürlich nicht fehlen dürfen.
Vor allem aber der herbstliche Nachtisch lockt nicht nur Einheimische in die gesellige Runde, sondern auch immer mehr Gäste entdecken dessen kulinarische Vorzüge: „Keschtn“ (geröstete Kastanien oder Maroni),
Nüsse, Mandarinen und Krapfen.
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