Eigentlich beginnt der österliche Festkreis bereits mit dem
Aschermittwoch, dem eine 40-tägige Fastenzeit folgt.
Diese erinnert an die 40 Jahre der Israeliten in der Wüste sowie an die 40 Tage, die Jesus in der Wüste fastete und betete. Während der
Osterzeit gibt es in Südtirol viele Bräuche. Einige davon erklären wir Ihnen nachfolgend. Österliche Traditionen
Wussten Sie, dass…
Südtirol - Wo sich fast vergessene Traditionen mit dem Charme des Modernen verbindet.
Herz Jesu Feuer
Die Herz-Jesu-Feuer kann man auf den Bergen Südtirols immer am 2 Sonntag nach dem Fronleichnamfest im Juni bewundern. Diese Tradition geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als die Landstände im Namen des Volkes das Land dem "Heiligsten Herzen Jesu" anvertrauten um sich vor den Truppen Napoleons I. zu schützen. Der Tiroler Freiheitsheld Andreas Hofer erneuerte das Gelöbnis vor der Berg-Isel-Schlacht gegen die Franzosen und Bayern. Überraschend siegten die Truppen Hofers und dies führte dazu, dass der Herz-Jesu-Sonntag zu einem hohen Tiroler Feiertag wurde.
Krapfenbetteln
Das „Krapfenbetteln“ ist ein alter Brauch welcher Anfang November zu Allerheiligen ausgetragen wird. Maskierte Krapfenbettler ziehen von Hof zu Hof um so genannte „Sauren“ (Roggenkrapfen) von den Bäuerinnen zu betteln. Es heißt wo die Krapfenbettler gewesen sind, soll ein ertragreiches Jahr geben. Dieser Brauch ist eine Mischung von Fruchtbarkeitskult und Totenverehrung, da er zu Allerheiligen-Abend stattfindet, wo auch den Toten gedenkt wird.
Das „Neujahrschreien“
In vielen Dörfern ist es auch heute noch Tradition, dass am frühen Morgen des Neujahrstag Kinder von Haus zu Haus ziehen um vor jeder Haustür den folgenden Spruch zu rufen: „Wir wünsch'n enk a glückselig's freud´nreiches neu's Jahr, Glück und Seg'n s'ganze Jahr!“
Seinen Namen verdankt dieser Brauch der Tatsache, dass dieser Spruch von den umherziehenden Kindern weit öfters lautstark geschrieen als melodisch gesungen wird. Nichts desto trotz erhalten die fleißigen „Neujahrschreier“ für ihre Mühe und die netten Glückwünsche allerlei Süßigkeiten und den einen oder anderen kleineren Geldbetrag.
Das „Kraiza raabm“
In Prettau gibt es einen alten Brauch der auf die Zeit der Prettauer Bergknappen zurückgehen dürfte: das sog. „Kraiza raabm“.
Die Tradition verlangt, dass die Braut nach der Hochzeitsmesse Münzen unter die am unteren Ende der Kirchentreppe wartenden Kinder wirft. Das Ziel der Kinder ist es, so viele Münzen wie nur möglich zu ergattern.
Mit dieser Geste wollten die Bergarbeiter einst den Bauern zeigen, dass auch sie Geld besaßen.